Mitfahren ist mehr als Kilometer sammeln.
Die Glückstour der Schornsteinfeger sammelt Spenden für krebskranke und schwerst erkrankte Kinder. 2026 durfte ich drei Etappen mitfahren. Ich bin selbst kein Schornsteinfeger. Umso mehr bedeutet es mir, dass ich eingeladen wurde und Teil dieser Gemeinschaft sein durfte.
Die Einladung ist für mich keine Selbstverständlichkeit. Die Plätze sind begehrt, und ich gehöre nicht selbst zu diesem Handwerk. Dass ich trotzdem dabei sein durfte, bedeutet mir deshalb viel. Durch meinen Beruf bin ich den Schornsteinfegern nah. Auf dem Fahrrad wurde daraus gemeinsame Zeit für einen Zweck, der weit über meinen Berufsalltag hinausgeht. Meine drei Etappen waren mein Teil einer Tour, bei der die Schornsteinfeger rund 1.000 Kilometer für diesen Zweck fahren.
Dieses Vertrauen und die Einladung, Teil dieser Gemeinschaft zu sein, machen mich unglaublich dankbar.
Rainer Schamberger
Menschen bleiben hängen.
In meinen Beiträgen über die Tour und das spätere Wiedersehen mit Roland geht es um Dankbarkeit, Vertrauen und gemeinsame Zeit. Ein spontaner Moment in Santa Maria Maggiore wurde zu einer gemeinsamen Spende von 250 Euro. Nicht als großer Plan. Sondern weil wir in dem Moment etwas geben konnten.
Wenn ich auf die Bilder schaue, sehe ich Menschen, mit denen ich gelacht, gefeiert und geschwitzt habe. Ich denke an das Vertrauen, mitgenommen zu werden. Manche Begegnungen beginnen mit einer fachlichen Frage und bekommen über die Zeit eine ganz andere Bedeutung. Genau deshalb bleiben mir nicht nur Veranstaltungsnamen im Gedächtnis, sondern die Menschen dahinter. Dankbarkeit ist dabei für mich ein sehr konkretes Gefühl: dazugehören dürfen, obwohl man ursprünglich von außen kam.
Berufliche Nähe kann menschlich werden.
Ich möchte verstehen, wem ich gegenübersitze. Nicht nur Beruf und Vertragsnummer, sondern Alltag, Sorgen und das, worauf jemand stolz ist. Wie aus Kontakten Freunde werden, erlebe ich auch an anderen Orten. Gemeinsame Erlebnisse machen sichtbar, was in einem Beratungstermin allein oft nicht auftaucht.
Im Oktober habe ich auf viele solcher Momente zurückgeblickt: Begegnungen bei Innungen und Verbandstagen, gemeinsame Zeit in Brandenburg, Kanufahren und drei Tage in Santa Maria Maggiore. Aus einer beruflichen Bekanntschaft ist sogar eine Freundschaft geworden, bei der ich Trauzeuge sein durfte. Das lässt sich nicht planen wie einen Termin im Kalender. Es entsteht, wenn echtes Interesse über das erste Gespräch hinaus bestehen bleibt.
Das bleibt.
Die Tour hat mich berührt. Und sie ist ein Teil dessen, warum ich meinen Beruf mit Menschen verbinde. Die Unterstützung dieses Zwecks steht dabei für sich. Sie braucht keinen Versicherungsabschluss als Begründung.
Die Glückstour verbindet für mich Bewegung mit Gemeinschaft und dem Wunsch, etwas beizutragen. Seit meiner persönlichen Veränderung bin ich mehr unterwegs und habe mehr Energie für Begegnungen. Auf dieser Tour bekommt das eine weitere Bedeutung: Ich darf diese Energie mit anderen teilen. Wenn ich später auf diese Zeit zurückblicke, möchte ich mich genau daran erinnern. An Menschen, die mich aufgenommen haben. An gemeinsame Zeit. Und daran, dass wir zusammen etwas für andere tun konnten.
Für die Website redaktionell aus meinem veröffentlichten Beitrag entwickelt. Zum Originalbeitrag


