01 · DER MOMENT, DER ALLES ANSTIESS
Mein Fuß stoppte mich. Und brachte mich in Bewegung.
Ich hatte lange versucht, das Ganze wegzulächeln. Ein Hemd, das am Bauch spannte. Der Blick nach unten, bei dem zuerst der Bauch kam und irgendwann der Gürtel. Das Wissen, dass ich etwas verändern wollte. Und ein Alltag, in dem es trotzdem immer wieder weiterging wie bisher.
Dann kamen die Schmerzen im Fuß. Drei Tage, in denen ich mich kaum bewegen konnte. In meiner damaligen Dokumentation beschreibe ich genau das als meinen Wendepunkt. Die erhöhten Harnsäurewerte, die Sorge um Gicht und ein verschriebenes Medikament machten aus einem aufgeschobenen Vorhaben etwas sehr Konkretes. Am 12. April 2025 begann mein Weg.
Ich wollte verstehen, was in meinem Körper passiert. „Etwas abnehmen, mehr bewegen, weniger Alkohol und Fleisch“ war mir als Erklärung zu wenig. Ich brauchte Zusammenhänge. Was konnte ich verändern? Was passte zu meinem Arbeitsalltag? Wie konnte ich wieder mehr Kraft bekommen? Und was davon würde ich wirklich durchhalten?
Der Wunsch, Medikamente irgendwann reduzieren zu können, gehörte zu meiner Motivation. Ob das medizinisch möglich ist, entscheidet sich aber an Befunden und in ärztlicher Begleitung. Diese Geschichte behauptet deshalb weder eine Heilung noch, dass ich Medikamente abgesetzt hätte.
„Ich will meinen Gürtel sehen, wenn ich nach unten schaue.“Aus meiner Dokumentation von 2025
Dieser Satz wirkt vielleicht klein neben Blutwerten und Gesundheitsrisiken. Für mich war er sehr persönlich. Ich wollte mich in meiner Kleidung wohlfühlen, mich wieder gerne ansehen und als Partner, Vater und Mensch mehr von dem leben können, was ich mir innerlich längst zutraute.

02 · MEHR ALS EIN NEUER VORSATZ
Ich hatte es schon oft versucht.
Ungefähr fünf Jahre lang hatte ich immer wieder Anläufe genommen. Laufband, Diäten, über Monate viermal pro Woche ins Fitnessstudio. Es gab auch Erfolge. In meiner Rückschau stehen etwa sieben verlorene Kilogramm aus einer dieser Phasen. Aber ich hatte noch keinen Alltag gefunden, in dem die Veränderung Bestand hatte.
Das ist ein wichtiger Teil meiner Geschichte. Ich war nicht plötzlich ein Mensch geworden, der erstmals etwas versuchte. Ich kannte die Hoffnung am Anfang. Und ich kannte die Enttäuschung, wenn der Aufwand groß war und das Ergebnis irgendwann wieder verschwand.
Diesmal begann ich damit, mir ein Gerüst zu bauen. Ein Essen, das leicht vorzubereiten war. Bewegung, die in einen normalen Tag passte. Aufzeichnungen, mit denen ich Entwicklungen nachvollziehen konnte. Und Fragen, die ich nicht mehr einfach beiseiteschob.
Mein Wissensdurst bekam eine neue Richtung. Ich beschäftigte mich mit Nährstoffen, Sättigung, Energiebedarf, Blutwerten und Gewohnheiten. Ich lud Befunde bei ChatGPT hoch, ließ mir Begriffe erklären und stellte Nachfragen. Das half mir beim Sortieren. Zugleich zeigt meine alte Dokumentation, wie wichtig es ist, überzeugend klingende Antworten zu überprüfen.
03 · EIN ALLTAG, DER MICH TRÄGT
Fünf Dinkelschnitten und viele kleine Entscheidungen.
Mein praktischer Einstieg war die „3/2-Dinkelschnitten-Strategie“: drei Scheiben über den ersten Teil des Tages verteilt, zwei am Abend. Dazu körniger Frischkäse, Gewürze und bewusst eingesetzte Öle. Manchmal teilte ich es in ein Brot zum Frühstück und zwei zum Mittag auf. Ich musste dafür weder lange kochen noch jeden Tag neu überlegen.
Diese Verlässlichkeit war für mich entscheidend. Bei Hunger bereits zu wissen, was ich essen konnte, nahm mir eine Entscheidung ab. Brot und Hüttenkäse waren leicht zu bekommen, die Vorbereitung überschaubar. Aus einer guten Absicht wurde etwas, das auch zwischen Terminen funktionierte.
Dazu kamen Gemüsegerichte, Fisch, Hülsenfrüchte, Beeren und Nüsse. Meinen Cappuccino behielt ich bei. Alkohol ließ ich in der Anfangszeit weg; Wasser mit Zitrone und alkoholfreie Alternativen halfen mir auch unterwegs. Das waren konkrete Veränderungen meines Alltags, keine abstrakte Liste guter Vorsätze.
Natürlich blieb es nicht bei einer simplen Einkaufsliste. Ich entwickelte meine eigene Gewürzmischung und gab ihr einen Namen: Liorenji. Kurkuma, schwarzer Pfeffer, Ingwer, gemahlener Knoblauch und Paprika gehörten zur Basis; weitere Zutaten kamen im Lauf der Entwicklung hinzu. Ich passte die Mischung meinem Geschmack an und gestaltete sogar ein Etikett. Wenn mich etwas begeistert, möchte ich es verstehen, ausprobieren und zu meinem eigenen Projekt machen.

Auch beim Öl wurde ich erfinderisch. Ein Sprüher half mir, kleine Mengen gleichmäßiger zu dosieren. Solche Details machten mir Freude. Sie gaben einer wiederkehrenden Mahlzeit etwas Persönliches und halfen mir, an meiner Routine dranzubleiben.
MEIN EIGENES KLEINES PROJEKT
Liorenji: eine Mischung, die mit mir gewachsen ist.
Aus Brot, Frischkäse und Gewürzen wurde irgendwann mehr als eine praktische Mahlzeit. Ich fing an, die Mischung selbst zusammenzustellen. Probieren, verändern, wieder probieren. Ich gab ihr einen Namen, hielt die Zutaten fest und gestaltete ein eigenes Etikett. Genau diese Freude am Entwickeln gehört zu mir.
In meinen Notizen verbinde ich den Namen mit „Liora“, meinem Vornamen Rainer und „Shanti“. Licht, Persönlichkeit und innerer Frieden waren die Gedanken dahinter. „Die goldene Essenz des Friedens und des Lebens“ stand auf meinem Entwurf. Ein großer Name für ein kleines Gewürzglas – aber ich hatte Freude daran.

Von fünf Zutaten zur Version 2.1
Die Entwicklungstabelle hält drei Versionen fest. Die erste enthielt fünf Grundzutaten. In Version 2.0 kamen Kreuzkümmel und Thymian dazu, in Version 2.1 schließlich Rosmarin. Die Prozentwerte sind der dokumentierte Stand der Version 2.1 vom Juni 2025; für 1.0 und 2.0 stehen dort keine Mengen.
| Zutat | 1.0 | 2.0 | 2.1 | Anteil 2.1 |
|---|---|---|---|---|
| Kurkuma | ✓ | ✓ | ✓ | 25 % |
| Schwarzer Pfeffer | ✓ | ✓ | ✓ | 10 % |
| Ingwer | ✓ | ✓ | ✓ | 15 % |
| Knoblauch, gemahlen | ✓ | ✓ | ✓ | 20 % |
| Paprika edelsüß | ✓ | ✓ | ✓ | 10 % |
| Kreuzkümmel | – | ✓ | ✓ | 10 % |
| Thymian | – | ✓ | ✓ | 5 % |
| Rosmarin | – | – | ✓ | 5 % |
So setzt sich Version 2.1 zusammen
Alle acht Anteile ergeben zusammen 100 Prozent. Die Grafik zeigt die Zusammensetzung der Mischung, keine gesundheitliche Wirkung.
Auch die Unterschiede gehören zur Geschichte.
Eine weitere Rezepturtabelle derselben Dokumentation enthält eine andere Mischung. Ich zeige beide Stände, weil sie meine Versuche nachvollziehbar machen. Die erste Tabelle ist nicht ausdrücklich einer Versionsnummer zugeordnet. Deshalb lässt sie sich nicht einfach als „Version 1.0“ ausgeben.
| Zutat | Anteil in der weiteren Rezepturtabelle |
|---|---|
| Knoblauchpulver | 20 % |
| Curry, mild | 20 % |
| Paprika edelsüß | 20 % |
| Schwarzer Pfeffer | 10 % |
| Ingwer, gemahlen | 10 % |
| Kurkuma, gemahlen | 15 % |
| Thymian, fein gerebelt | 2,5 % |
| Kümmel, gemahlen | 2,5 % |
Hier stehen Curry und Kümmel, in der Entwicklungstabelle hingegen Kreuzkümmel und später Rosmarin. Kümmel und Kreuzkümmel sind unterschiedliche Gewürze. Im begleitenden Text notierte ich, dass mir Kreuzkümmel und Thymian sehr dominant erschienen und ich ihre Menge meinem Geschmack anpasste. Diese Textnotiz passt nicht in allen Einzelheiten zu den Tabellen. Sie bleibt deshalb als Beobachtung stehen, ohne nachträglich eine lückenlose Rezeptentwicklung zu erfinden.
Ein Geschmack, der in meinen Alltag passte.
Die Mischung blieb nicht auf dem Brot. Ich verwendete sie auch bei Salat und Fisch und hielt sogar die Idee eines Kaffee-Toppings fest. Es ging um Wiedererkennen und Ausprobieren. Wenn ich eine Mahlzeit selbst gestalten konnte, fühlte sich die Routine weniger starr an. Das eigene Etikett war dafür ein sichtbares Zeichen.
Mein ursprüngliches Gewürzetikett ansehen
Historischer Entwurf aus meiner Dokumentation. Die darauf gedruckten Aussagen zu Gicht, Entzündungen, Leber und Stoffwechsel geben damalige Erwartungen wieder. Sie sind keine nachgewiesenen Wirkungen dieser Mischung und keine Behandlungsempfehlung.

04 · NEUGIER HEISST AUCH KORRIGIEREN
Mein Plan durfte sich verändern.
Ich beschäftigte mich intensiv mit Nahrungsergänzungsmitteln: Vitaminen, Magnesium, Darmbakterien, Kollagen und weiteren Kombinationen. Ich verglich Inhaltsstoffe, Kosten und Einnahmezeiten. In meinen Notizen tauchten etwa 79,50 Euro monatlich auf. Gleichzeitig beobachtete ich, dass ich weniger spontan Essen bestellte und gezielter einkaufte.
Diese Beschäftigung gehört zu meinem damaligen Weg. Sie beweist allerdings nicht, welches einzelne Präparat welchen Anteil an meiner Veränderung hatte. Deshalb steht hier keine Einkaufsliste mit Dosierungen. Auch eine aufwendig erstellte Tabelle kann nicht sicherstellen, dass Kombinationen sinnvoll oder frei von Wechselwirkungen sind.
An Tag 54 wurde mein Plan erneut auf die Probe gestellt. Ich hatte wieder starken Appetit auf leckeres Essen, obwohl ich mich an meine Routine hielt. Ich fragte mich, ob etwas fehlte. Gespräche mit Sportlern und Ärzten und meine eigenen Nachfragen lenkten meinen Blick stärker auf Eiweiß und die gesamte Zusammensetzung meiner Ernährung. Ein Eiweißshake wurde zeitweise eine praktische Ergänzung.
Die entscheidende Bewegung fand dabei auch im Kopf statt: Ich konnte etwas konsequent tun und trotzdem bereit sein, es zu verändern. Ein Plan muss Fragen aushalten. Ihn anzupassen ist kein Scheitern.
Ich teile diesen Teil ausdrücklich mit. Meine Geschichte soll zeigen, wie ich gesucht, ausprobiert und gelernt habe. Sie soll nicht im Nachhinein so aussehen, als hätte ich vom ersten Tag an alles gewusst.
05 · DIE EHRLICHEN TAGE
Tag 37: viel geschafft. Und trotzdem entmutigt.
Mein Tagebucheintrag hieß: „Deprimiert und ein wenig entmutigt.“ Dabei hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits 7,1 Kilogramm und nach meiner Messung sechs Zentimeter Bauchumfang verloren. Ich fühlte mich weniger müde und bemerkte eine bessere Stimmung. Trotzdem sah ich vor allem die Zahl, die sich gerade kaum bewegte.
Ungefähr zwei Wochen lang pendelte mein Gewicht um 95 bis 96 Kilogramm. Ich hatte mehr Bewegung eingebaut und meine Ernährung beibehalten. In meinem Kopf passten Einsatz und Ergebnis nicht zusammen. Genau diese Ungeduld kann einen Erfolg klein machen, der von außen längst sichtbar wäre.
An Tag 39 notierte ich dann erst 700 Gramm, am folgenden Tag weitere 400 Gramm weniger. Meine Erleichterung war groß. Die tägliche Zahl konnte mich offenbar sowohl verunsichern als auch euphorisch machen. Ich begann zu verstehen, wie viel Macht ich ihr gab.
Auch Stress und Schlaf beschäftigten mich. Viele Kilometer im Auto, berufliche Verpflichtungen, zeitweise nur fünf Stunden Schlaf: Das hatte ich ebenfalls dokumentiert. Ich versuchte, abends früher zur Ruhe zu kommen und schon gegen 21:30 Uhr ins Bett zu gehen. Damit nahm ich meine Erholung bewusster in den Blick.
Meine damaligen Erklärungen zu Wasser, Hormonen und einem vermeintlichen „Sparmodus“ waren Versuche, das Erlebte zu verstehen. Aus einzelnen Waagenwerten ließ sich die Ursache aber nicht sicher bestimmen. Was sehr deutlich dokumentiert ist, ist mein Gefühl: Ich wollte weiterkommen, war ungeduldig und musste lernen, den Verlauf über längere Zeit anzusehen.
„Die Waage ist ein Werkzeug, kein Richter.“Ein Gedanke aus meinem damaligen KI-gestützten Tagebuch, der mich begleitet
Diese Einsicht kam nicht fertig zu mir. Ich musste sie immer wieder üben. Fortschritt anzuerkennen, obwohl ich noch nicht dort war, wo ich hinwollte, gehörte zu den schwierigeren Aufgaben.
06 · DAS LEBEN FINDET TROTZDEM STATT
Messe, Minibar und ein Vier-Gänge-Menü.
An Tag 73 blickte ich auf vier Messetage und eine Urlaubswoche zurück. Zu Hause war meine Routine inzwischen vertraut. Unterwegs warteten unregelmäßige Essenszeiten, Restaurants und andere Gewohnheiten. Davor hatte ich Respekt.
Ich nahm Brot mit und lagerte Frischkäse in der Hotel-Minibar. Bei Restaurantbesuchen schaute ich mir vorher die Karte an, suchte passende Gerichte und fragte nach anderen Beilagen. Manchmal bedeutete das mehr Salat statt Pommes. Kleine Entscheidungen, die sich über einen Tag summierten.
Und dann gab es dieses bereits geplante Vier-Gänge-Menü. Ein hochwertiger Abend mit Eventcharakter. Ich wollte ihn bewusst genießen und nichts auslassen. Auch das gehört in diese Geschichte. Ein verändertes Leben muss Platz für besondere Abende haben.
Nach diesen zwei Wochen hielt ich 1,9 Kilogramm weniger fest. Ich hatte mich unterwegs nur einmal gewogen. Vor allem war ich dankbar, wieder zu Hause zu sein und meine gewohnte Struktur zu haben. Ich hatte erlebt, dass mein Weg auch außerhalb meiner eigenen Küche weitergehen konnte.
Diese Erfahrung machte mein Vertrauen konkreter. Es gab nicht mehr nur den perfekten Tag und alles andere. Es gab Vorbereitung, Entscheidungen, Genuss und die Möglichkeit, danach ganz normal weiterzumachen.
07 · MEINE ETAPPEN
Ein längerer Weg als eine Hochrechnung.
Der Titel meiner alten Dokumentation klang groß: „40 kg in 6 Monaten“. Entstanden war er aus einer rechnerischen Überlegung, wie schnell ein bestimmtes tägliches Defizit wirken könnte. Die 40 Kilogramm waren kein erreichtes Ergebnis und nach meiner damaligen Klarstellung auch nicht mein eigentliches Ziel.
Als persönliches Ziel hatte ich 72 Kilogramm im Blick. Aber mein Körper folgte keinem festen Abgabetermin. Die tatsächlichen Messpunkte erzählen eine längere und ehrlichere Geschichte:
| Datum | Gewicht | Einordnung |
|---|---|---|
| 12.04.2025 | ca. 103 kg | Startwert, gerundet |
| 22.06.2025 | 91,4 kg | Dokumentierter Einzelwert |
| 20.07.2025 | 87,9 kg | Dokumentierter Einzelwert |
| 04.11.2025 | 83 kg | Dokumentierter Einzelwert |
| 10.06.2026 | 81,8 kg | Dokumentierter Einzelwert |
| 13.08.2026 | 81,2 kg | Dokumentierter Einzelwert |
- Der Anfang bei ungefähr 103 kgGesundheit, Energie und das Gefühl, wieder etwas für mich tun zu wollen.
- 91,4 kgEin dokumentierter Sonntags-Check. Hinter der Zahl liegen bereits Zweifel, Anpassungen und neue Routinen.
- 87,9 kgDer Weg geht weiter. Das Ziel bleibt Orientierung, keine Erfolgsgarantie für einen bestimmten Tag.
- 83 kgInzwischen gehört immer mehr Bewegung dazu. Die Reise ist längst größer geworden als ihr ursprünglicher Plan.
- Rund 81 kgMeine festgehaltenen Werte: 81,8 kg am 10. Juni und 81,2 kg am 13. August. Das sind damalige Messpunkte, kein heutiges Livegewicht.
- Der Blick auf acht WochenMein Dashboard und eine KI-Stimme helfen mir heute, den Gewichtsverlauf über längere Zeit zu betrachten.
Bei den dokumentierten Sommerwerten sind das rund 22 Kilogramm weniger als am Anfang. Es wäre falsch, daraus eine geradlinige Kurve oder einen abgeschlossenen Weg zu machen. Für mich steckt der größere Erfolg darin, was ich währenddessen wieder angefangen habe.
Mein Sonntags-Check vom 22. Juni 2025
Ich hielt damals nicht nur das Gewicht fest. Die Waage zeigte mir eine ganze Reihe weiterer Werte. Diese Momentaufnahme gehört zu meiner Dokumentation – mit einer wichtigen Unterscheidung zwischen gemessenem Gewicht und errechneten Körperwerten.
| Anzeige | Damals notiert | Was diese Angabe bedeutet |
|---|---|---|
| Gewicht | 91,4 kg | Waagenmessung dieses Tages |
| Körperfett | 30,2 % | Schätzung der Körperanalysewaage |
| Muskelmasse | 58,4 kg | Geräteabhängige Schätzung |
| Viszeralfett | 14 | Gerätespezifischer Index, keine Kilogrammangabe |
| Körperwasser | 48 % | Geschätzter Anteil |
| Protein | 12 % | Geräteschätzung; kein Blutwert |
| Fettfreie Masse | 63,8 kg | Errechneter Körperwert |
| Grundumsatz | 1.803 kcal | Geräteschätzung, kein persönliches Kalorienziel |
Aus dieser einzelnen Aufnahme lässt sich keine Entwicklung meiner Körperzusammensetzung beweisen. Dafür fehlen hier vergleichbare Messreihen. Vor allem ist eine angezeigte Muskelmasse kein Beleg dafür, dass ich beim Abnehmen ausschließlich Fett verloren hätte.
08 · VOM MÜSSEN ZUM GERNE
Aus Bewegung wurde ein Stück Leben.
Am Anfang waren es überschaubare Einheiten: einmal wöchentlich EMS, kurze Wege zu Fuß, Laufband und kleine Übungen zu Hause. Planks, Liegestütze, Kniebeugen. In meiner damaligen Planung standen auch rund 2,2 Kilometer Fußweg im Alltag. Ich versuchte, Bewegung dort unterzubringen, wo mein Leben ohnehin stattfand.
Später kamen weitere Herausforderungen dazu. Im August 2025 berichtete ich von einer längeren Radtour über 45 Kilometer. Im Oktober probierte ich mich beim Seilspringen aus. Am 22. Oktober hatte ich in mehreren Abschnitten insgesamt neun Minuten und 1.237 Sprünge geschafft. Solche kleinen, konkreten Fortschritte machten mir Freude.
2026 bereitete ich mich auf den Megamarsch vor. Im Februar stand eine Wanderung über 23,25 Kilometer mit 467 Höhenmetern in meinen Aufzeichnungen: regnerisch, matschig und trotzdem eine schöne Runde. Es ging inzwischen auch darum, was ich draußen erleben konnte.
Das Radfahren zur Bastei wurde ein weiterer Meilenstein: 104,7 Kilometer, 1.084 Höhenmeter, allein unterwegs. Vor dem Anstieg hatte ich großen Respekt. Danach konnte ich auf etwas zurückblicken, das ich wirklich getan hatte. Dieser Unterschied zwischen einer Befürchtung und einer eigenen Erfahrung ist schwer in einer Gewichtstabelle festzuhalten.
Auch meine Fitnesswerte interessierten mich. Im September 2025 verglich ich einen angezeigten VO₂max-Wert von 35,5 mit 26,4 im April. Im Juli 2026 zeigte mir Garmin beim Radfahren 46, Apple daneben 43. Das sind Geräteschätzungen aus unterschiedlichen Verfahren, keine direkt vergleichbare medizinische Testreihe. Die Freude über meine zunehmende Belastbarkeit war trotzdem echt.
Die Waage war damit nicht mehr mein einziges Instrument für Fortschritt. Eine bewältigte Strecke, ein Anstieg, mehr Kraft und die Lust auf die nächste Tour wurden genauso wichtig.


09 · MEHR BEWEGUNG, MEHR BEGEGNUNG
Meine Welt wurde größer.
Neue Hobbys brachten neue Kontakte. Das Radfahren führte mich zu Menschen, zu gemeinsamen Wegen und zu Gesprächen. Wer zusammen unterwegs ist, begegnet sich anders als zwischen zwei Terminen. Man teilt Anstrengung, Pausen und die Freude, irgendwo angekommen zu sein.
Auf der Glückstour fuhr ich schließlich drei Etappen mit. Hier bekam Bewegung noch einen anderen Sinn: Gemeinschaft und ein Zweck, der über die eigene Leistung hinausgeht. Diese Geschichte hat deshalb ihren eigenen Platz in Rainers Welt.
Für meine Freundschaften veränderte sich etwas. Es entstanden weitere Gelegenheiten, gemeinsam Zeit zu verbringen. Aktivität wurde zu einer Form von Nähe. Neue Bekanntschaften kamen hinzu, aus Kontakten konnten Freunde werden. Meine Geschichte über Begegnungen gehört auch deshalb hierher.
Ich sehe heute einen Zusammenhang, der mir am Anfang noch nicht so klar war: Wenn sich meine Möglichkeiten erweitern, verändern sich auch meine Begegnungen. Mehr Energie bedeutet für mich mehr Spielraum, mit Menschen etwas zu unternehmen und Neues mit ihnen zu erleben.
Zusammen losfahren. Zusammen ankommen.
Eine gemeinsame Runde bedeutet für mich inzwischen viel mehr als Kilometer zu sammeln. Man verabredet sich, kommt ins Gespräch und erlebt etwas miteinander. Diese Bilder zeigen, was hinter meiner Aussage steckt, dass meine Welt größer geworden ist.

Meine Mallorca-Runde: alles für ein Eis
Die aufgezeichnete Runde zeigt 89,73 Kilometer und 551 Höhenmeter. Ein persönlicher Einblick in eine Tour – und ein Titel, der auch die Freude daran festhält: „Mallorca zweite Rundtour – alles für ein Eis“.




10 · WAS SICH NICHT WIEGEN LÄSST
Partnerschaft, Familie und der Blick auf mich selbst.
Schon in meinen ersten Notizen ging es um meine Rolle als Partner und Vater. Ich wollte, dass meine Kinder stolz auf mich sind. Ich wollte mich wieder wohler fühlen und der Mensch sein können, den ich innerlich in mir sah. Das war viel persönlicher als eine Kleidergröße.
Die Veränderungen haben meine Partnerschaft berührt, meinen Umgang mit Freunden und meine eigene Wahrnehmung. Ich erlebe mich mit mehr Energie und Kraft. Das verändert, wie ich in einen Tag gehe und was ich mir für gemeinsame Zeit zutraue. Nicht jedes Detail davon gehört ins Internet. Aber die Bedeutung darf hier stehen.
Es geht auch darum, sich im eigenen Körper wieder gerne zu zeigen. Ein Hemd anzuziehen, in dem ich mich wohlfühle. Die eigene Veränderung auf einem Foto zu erkennen. Ein Kompliment anzunehmen, ohne innerlich sofort auf das zu schauen, was noch fehlt.
In meinem Tagebuch tauchten genau diese Spannungen auf: Freude über passende Kleidung und Anerkennung, daneben Skepsis, Rückfragen und das alte Bild von mir selbst. Das eigene Empfinden folgt einer sichtbaren Veränderung nicht immer im gleichen Tempo.
Mein Gewicht entscheidet nicht darüber, welchen Wert ich als Mensch habe. Es beschreibt auch nicht, wie gut jemand als Partner oder Vater ist. Für mich hat dieser Weg aber ganz konkret Möglichkeiten zurückgebracht, die mir wichtig sind. Und damit ein Stück Vertrauen in mich selbst.
11 · TYPISCH GADGET RAINER
Heute spricht mein Dashboard mit mir.
Schon 2025 ließ ich mir Fortschrittsbalken und Prognosen erstellen. Ich wollte sehen, wie weit ich gekommen war. Meine Sonntags-Checks, Tabellen und Fragen wurden zu einem persönlichen Dokumentationssystem. Technik machte Entwicklungen für mich greifbarer.
Die KI war dabei auch ein Ort für Fragen, die ich nicht unbedingt einem Trainer oder Freund genauso gestellt hätte. Ist meine Ernährung zu einseitig? Warum bin ich trotz Fortschritten so ungeduldig? Warum sehe ich im Spiegel vor allem das, was noch nicht so ist, wie ich es mir wünsche? Ich schrieb offen über meine Zweifel.
Die Antworten konnten mir helfen, Gedanken zu sortieren und weiterzumachen. Sie waren aber nicht automatisch richtig. Einige der zu pauschalen Erklärungen aus meiner frühen Dokumentation zeigen genau diese Grenze. Ermutigung kann wertvoll sein; medizinische Sicherheit entsteht dadurch nicht.
Inzwischen habe ich ein eigenes Dashboard, das meine Daten anzeigt. Eine KI-Stimme fasst mir meinen Gewichtsschnitt über acht Wochen zusammen. Aus vielen einzelnen Einträgen wird ein Verlauf, den ich ansehen und mir erklären lassen kann.
Das passt zu dem, was ich unterwegs gelernt habe. Ein einzelner Messwert erzählt wenig über einen langen Weg. Der größere Zeitraum hilft mir, Abstand zum Tageswert zu gewinnen. Das Dashboard ist mein Werkzeug zur Übersicht, keine Diagnose und kein Urteil über mich.
Und ja: Genau hier steckt auch der Gadget Rainer drin. Ich habe Freude daran, Neues auszuprobieren. Besonders, wenn aus einer technischen Spielerei etwas wird, das mir im Alltag hilft. Diesmal arbeitet die Technik an einem sehr persönlichen Thema mit.
Was ich konkret verändert und daraus gelernt habe
| Beobachtung | Meine damalige Reaktion | Was ich daraus mitnehme |
|---|---|---|
| Zu viele Entscheidungen beim Essen | Eine einfache, vorbereitbare Brotroutine | Struktur erleichterte mir den Alltag. |
| Geschmack sollte nicht fehlen | Liorenji entwickeln und variieren | Freude am Essen gehört für mich dazu. |
| Hunger und Appetit an Tag 54 | Eiweiß und die gesamte Ernährung neu betrachten | Auch ein konsequent verfolgter Plan darf sich ändern. |
| Stillstand auf der Waage | Tagebuch führen und längere Zeiträume anschauen | Einzelne Tage erzählen nicht die ganze Geschichte. |
| Messe und Urlaub | Vorbereiten, Speisekarten ansehen, bewusst genießen | Meine Routine musste auch außerhalb meiner Küche funktionieren. |
| Mehr Energie und Bewegung | Neue Touren und Hobbys ausprobieren | Fortschritt wurde auch in Erlebnissen und Begegnungen sichtbar. |
| Viele Zahlen auf verschiedenen Geräten | Ein Dashboard mit Acht-Wochen-Blick aufbauen | Entwicklungen einordnen statt nur auf den Tageswert reagieren. |
12 · WAS ICH MIT IN MEINE ARBEIT NEHME
Mehr Energie. Und mehr Verständnis für Veränderung.
Beruflich spüre ich mehr Energie. Neue Hobbys haben neue Kontakte entstehen lassen. Bewegung bringt mich mit Menschen zusammen. Und das Vertrauen, etwas über einen längeren Zeitraum verändern zu können, wirkt über Sport und Ernährung hinaus.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wenig ein allgemeiner guter Rat manchmal weiterhilft. Man kann wissen, dass man anfangen sollte, und trotzdem noch keinen Weg haben, der zum eigenen Leben passt. Man kann Fortschritte machen und sich gleichzeitig entmutigt fühlen. Man kann Fragen stellen, die von außen klein wirken und innerlich viel bedeuten.
Das nehme ich in Begegnungen und Beratung mit. Ich möchte verstehen, was jemanden bewegt, bevor ich eine Lösung bespreche. Was ist das eigentliche Ziel? Welche Sorge steht dahinter? Was lässt sich im Alltag umsetzen? Und welche Form von Erklärung hilft diesem Menschen wirklich?
Meine Abnehmreise macht mich nicht zum Ernährungsberater. Sie hat aber mein Verständnis dafür vertieft, dass tragfähige Entscheidungen Wissen und Gefühle zusammenbringen müssen. Genau daran knüpft auch mein moralischer Kompass an: zuhören, Verantwortung übernehmen, Fragen zulassen und bereit bleiben, die eigene Sicht zu überprüfen.
Auch mein Blick auf die Zukunft hat sich verändert. Es gibt mehr, worauf ich mich freue: Wege, die ich noch fahren möchte, Dinge, die ich ausprobieren will, und Zeit mit Menschen, die mir wichtig sind. Für diese Zukunft möchte ich Kraft haben.
13 · EIN RUNDES ENDE
Das Hemd ist heute flach.
Die Geschichte geht weiter.
Am Anfang wollte ich meinen Gürtel wieder sehen. Ich wollte ein Hemd gut tragen können. Ich wollte mehr Kraft und das Gefühl zurück, in meinem eigenen Leben mitzugehen.
Heute ist das flache Hemd ein sichtbares Zeichen für diesen Weg. Der größere Gewinn steckt in meiner Energie, meinen Begegnungen, meiner Partnerschaft, meinen Freundschaften und dem Blick nach vorne. Ich habe neue Dinge angefangen und mehr Vertrauen darin gewonnen, dass Veränderung möglich ist.
Die Reise hat mich dabei auch Geduld gelehrt. Eine Prognose ist kein Versprechen. Ein Plateau nimmt die bisherigen Schritte nicht weg. Und ich muss nicht erst eine bestimmte Zahl erreichen, um mich über das zu freuen, was bereits anders geworden ist.
Ich möchte neugierig bleiben, mich bewegen und mit Menschen unterwegs sein. Mein Dashboard darf die Zahlen sortieren. Ich will das Leben leben, das dahintersteht.
So hat meine Geschichte doch noch ein rundes Ende bekommen. Nur das, was damals unter dem Hemd so rund war, ist inzwischen ziemlich flach. 😊
Zur Einordnung dieser Geschichte
Persönlicher Erfahrungsbericht von Rainer Schamberger, redaktionell aus seiner Dokumentation vom Juni 2025, späteren eigenen Angaben und seinem Rückblick vom Oktober 2026 entwickelt. Stand: 25. Oktober 2026. Die Gewichtsangaben sind einzelne historische Messpunkte. Die Geschichte ersetzt keine individuelle medizinische oder ernährungstherapeutische Beratung.
Die damaligen Tabellen, Supplementdosierungen und KI-Prognosen werden nicht als Anleitung übernommen. Für die fachliche Einordnung wurden folgende Quellen herangezogen:

